Münzen von ungeahntem Wert

Experte Ortwin Bickhove-Swiderski sichtet alte und neue Geldstücke

27.10.2014

Coesfeld/Borken/Stadtlohn. Damit hatte die ältere Dame nun überhaupt nicht gerechnet, als sie ihr Fünf-Mark-Stück mit der Prägung „1958 J“ (J steht für die Prägeanstalt Hamburg) Ortwin Bickhove-Swiderski vorlegte. Der Münzspezialist schaute sich den sogenannten „Heiermann“ sehr genau an und hatte für die Seniorin eine gute Nachricht parat: Die Auflage dieses Stückes liegt bei nur 60.000 Exemplaren und ist rund 400 Euro wert. Die Rentnerin gehörte großen Schar derer, die vor zwei Jahren der Einladung der VR-BankWestmünsterland zur Münzbegutachtung in Dülmen gefolgt waren. Anfang November steht nun eine Neuauflage in Coesfeld, Borken und Stadtlohn ins Haus. Mit Ortwin Bickhove-Swiderski treffen die Besucher auf einen Experten, der langjährige Erfahrung mitbringt. Als ausgewiesener Kenner von Münzen, Medaillen und Auszeichnungen kann er alte und neue, in- und ausländische Geldstücke genau bestimmen. Er weiß, welchen Handelswert die Münzen haben und nimmt auch eine historische Einordnung vor. Um sich selbst auf dem Laufenden zu halten, greift er auf Fachliteratur zurück. In den vergangenen Jahren ist sein Bücherbestand um rund 1.000 Exemplare angewachsen.

Münzbegutachtung bei VR-Bank Westmünsterland
Erfolgreiche Münzsichtung in Dülmen 2012: Experte Ortwin Bickhove-Swiderski (r.) und Dirk Gärtner, Regionalleiter der VR-Bank

Der Münzsammler aus Dülmen-Rorup kann die Münzen aber nicht nur bestimmen, sondern den Besuchern auch Adressen von Aktionshäusern nennen, die die wertvolle Ware aufkaufen. Im Fall von Goldmünzen können sich die Gäste allerdings direkt an die VR-Bank wenden. Das gilt auch für den Umtausch von D-Mark-Münzen in Euro. Diese nehmen die Mitarbeiter direkt entgegen und leiten sie an die Landeszentralbank weiter. Fachleute gehen davon aus, dass auch fast 15 Jahre nach Einführung des Euro als Zahlungsmittel noch immer Millionen von D-Mark-Beträgen in den Privathaushalten schlummern.

Wollen Kunden wissen, wie hoch der Wert von alten Münzen ist, die sie geerbt haben oder schon länger zu Hause horten, müssen die Mitarbeiter der Bank passen. Aber mit Ortwin Bickhove-Swiderski hat das Geldinstitut einen Fachmann, der weiterhelfen kann. Über die Resonanz vor zwei Jahren, als rund 180 Kunden das Angebot der Münzsichtung in Anspruch nahmen, war er deshalb überrascht, weil er „mit einer solchen Nachfrage nicht gerechnet hätte“.

Von der damaligen Sichtung, aber auch von anderen Terminen, kennt es der Heimathistoriker, dass die Besucher oftmals mit ungeahnten Schätzen zu ihm kommen. Einmal sei jemand bei ihm gewesen, dessen Goldmünzen einen Wert von 120.000 Euro besaßen, erinnert sich Ortwin Bickhove-Swiderski. Aber auch sehr alte Taler und Kupfermünzen aus der Antike, dem Mittelalter oder der frühen Neuzeit sind, wie er hervorhebt, im wahrsten Sinne des Wortes wertvolle Exemplare. Mitunter haben die Bürger auch noch historische Münzen aus dem Westmünsterland aufbewahrt. Die Münzprägung war nämlich längst nicht immer Angelegenheit des Staates, sondern oblag auch eine gewisse Zeit den Städten. So ließen Münzmeister 1578 in Coesfeld und 1590 in Dülmen eigene Kupfermünzen prägen. Doch der Bischof war es, der 1695 diesem Finanzgebaren ein Ende bereitete.

Termine
Die Termine zur Münzbegutachtung in den KompetenzCentren der VR-Bank Westmünsterland sind:

Dienstag, 4. November 2014
Kupferstraße 28, Coesfeld
09:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr

Mittwoch, 5. November 2014
Butenwall 57, Borken
09:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr

Donnerstag, 6. November 2014
Neustraße 5 – 7, Stadtlohn
09:00 – 12:30 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr