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VR-Bank: Konjunkturpaket für die Region
VR-Bank: Konjunkturpaket für die Region
Positive Zahlen trotz Finanzmarktkrise/Keine Kreditklemme für heimischen Mittelstand

Velen. „Solides Bankgeschäft“ – so lautet die Antwort der VR-Bank Westmünsterland auf die Finanzmarktkrise. „Wir haben unverändert Kredite vergeben und Einlagen zu attraktiven Konditionen angenommen – und das ganz ohne staatliche Hilfe“, machten die Vorstandsmitglieder Dr. Wolfgang Baecker, Manfred Ballensiefen und Georg Kremerskothen anlässlich des Jahrespressegesprächs der Bank am 9. Januar in Velen deutlich. Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Baecker: „Die Entwicklungszahlen belegen, dass sich unser regionales, verlässliches Geschäftsmodell in diesen Zeiten als Konjunkturpaket für die Region erweist.“ Die Bilanzsumme der Bank stieg im Jahr 2008 um drei Prozent auf 1,6 Milliarden Euro.



Verlässlicher Finanzierer
Mit Neuausleihungen von 295 Millionen Euro im Jahr 2008 an Firmen und Privathaushalte in den Kreisen Borken und Coesfeld sieht sich die VR-Bank Westmünsterland als verlässlicher Finanzierer. „Eine Kreditklemme im Mittelstand gibt es bei unseren Kunden nicht. Wir könnten aus dem Stand weitere 430 Millionen Euro an zusätzlichen Krediten vergeben“, erläuterte Vorstandsmitglied Georg Kremerskothen anlässlich des Jahrespressegesprächs im Sportschloss Velen. Zum Jahresschluss betrug das Volumen der von der VR-Bank vergebenen oder vermittelten Kredite 1,55 Milliarden Euro, das sind 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr.
Die Bandbreite des westmünsterländischen Mittelstands spiegelt sich in den Zahlen des Auslandsgeschäfts der VR-Bank. Ihre Kunden wickelten Im- und Exportgeschäfte mit einem Volumen von knapp 700 Millionen Euro über sie ab. Schwerpunktländer im abgelaufenen Jahr waren China und Indien, aber auch der arabische Raum, Russland und die USA. Traditionell stark sind die Niederlande, Frankreich und Großbritannien. „Wir haben den Export von Anlagen und Maschinen durch Bankgarantien, Zahlungs- und Währungsabsicherungen begleitet. Für die professionelle Unterstützung unserer Kunden im Auslandsgeschäft hat die DZ-Bank uns als Bank des Jahres ausgezeichnet“, so Kremerskothen.
An Privatkunden wurden im abgelaufenen Jahr 82 Millionen Euro neu ausgeliehen, ein Anstieg um wiederum 12 Millionen Euro. „Nach der politisch angeheizten Neubauwelle der letzten Jahre stehen zur Zeit Renovierungen und Sanierungen im Mittelpunkt des Interesses“, stellte Kremerskothen fest. „Die Entwicklung zeigt auch, dass die Menschen sehr gut wissen, wo sie investieren wollen. Und auch beim Konsum brauchen wir keine politisch motivierten Strohfeuer. Das gibt letztlich die falschen Signale an die Märkte.“


Von links nach rechts: Georg Kremerskothem (Bankvorstand),
Dr. Wolfgang Baecker (Vorstandsvorsitzender) u.
Manfred Ballensiefen (Bankvorstand)


Ganzheitliche Beratung
Die Kundeneinlagen stiegen um 43 Millionen Euro auf 986 Millionen Euro. „Das Wachstum von 4,6 Prozent spiegelt angesichts des Verlaufs in den Monaten September bis Dezember nicht die Dynamik des Kundenverhaltens wider. Allein im vierten Quartal legten Kunden und Neukunden über 90 Millionen Euro neu bei uns an“ erläuterte Vorstandskollege Manfred Ballensiefen. Die VR-Bank konnte dabei nicht nur Umschichtungen aus Wertpapieren und Fonds beobachten: Die Finanzmarktkrise habe der Bevölkerung deutlich gemacht, dass Spitzenrenditen im Zusammenhang mit entsprechenden Risiken stehen. Gefragt waren kurzfristige Termineinlagen, die um über 36 Prozent oder 89 Millionen Euro zulegten.

Zur ganzheitlichen Beratung der Mitglieder und Kunden gehört auch weiterhin das Wertpapier- und Fondsgeschäft. Das Umsatzvolumen darin betrug trotz Finanzkrise unverändert rund 500 Millionen Euro. „Dass es sich hierbei nicht nur um Verkäufe handelt, zeigt allein die Tatsache, dass 63 Millionen Euro in den gemeinsam mit der Union Investment aufgelegten VR Westmünsterland IMMUNO Select-Fonds angelegt wurden. Auch hier konnten wir uns in der Finanzmarktkrise erfolgreich von Wettbewerbern abheben“, erläuterte Ballensiefen. „Gute und sinnvolle Anlagen werden auch weiterhin von unseren Mitgliedern und Kunden honoriert“, so der Bankvorstand. Sein Kollege Dr. Baecker ergänzte, dass es wichtig sei, „nicht alle Eier in einen Korb zu legen“ und zitierte mit einem Schmunzeln aus der Financial Times Deutschland: „In dieser Hinsicht ist die Anlageberatung in der deutschen Provinz derjenigen in den gut betuchten Kreisen New   Yorks überlegen.“

Mit starken Verbundpartnern konnte die VR-Bank ebenfalls bei ihren Kunden punkten: Die zur Bausparkasse Schwäbisch Hall vermittelte Bausparsumme stieg um 55 Prozent auf 100 Millionen Euro, das Neugeschäft mit Lebens- und Rentenversicherungen der R+V-Versicherung nahm um 35 Prozent auf 19 Millionen Euro zu. Auch die Anlage von Riester-Verträgen war 2008 ein wichtiges Thema in den Beratungsgesprächen. Mittlerweile konnte der 10.000ste Vertrag unterzeichnet werden. Die Riester-Rente stellt für den Kunden ein ideales Instrument der eigenen Altersvorsorge dar. Denn hohe staatliche Zuschüsse, gegebenenfalls auch Steuerersparnisse, machen „Riestern“ zu einem sicheren und renditestarken Investment.

Ergebnisentwicklung
Die erfreuliche geschäftliche Entwicklung spiegelt sich auch in der guten Ertragslage wider. Trotz eines durch die Marktschwankungen an den Kapitalmärkten verursachten Anstiegs der Bewertungsaufwendungen auf den Wertpapierbestand der VR-Bank Westmünsterland eG liegt das Ergebnis der Bank auf Vorjahresniveau. Hierzu trug insbesondere die Ausweitung des operativen Ergebnisses um rund 1,0 Mio. Euro bei. Damit ist die Bank auch im Jahr 2008 in der Lage, die Reserven und Rücklagen um über 3,0 Mio. Euro zu stärken. Außerdem werden Steuerzahlungen in Höhe von 1,4 Millionen Euro fällig. Der Vertreterversammlung wird der Vorstand vorschlagen, aus dem Jahresüberschuss von 3,2 Mio. Euro den über 46.000 Mitgliedern erneut eine Dividende von sieben Prozent mit einem Gesamtvolumen von insgesamt 1,6 Mio. Euro auszuschütten.
„Erheblichen Anteil an diesen Erfolgszahlen haben unsere 431 Mitarbeiter (Vorjahr 399). „Gerade in den schwierigen Zeiten des vergangenen Jahres haben sie intensive Gespräche mit den Mitgliedern und Kunden geführt haben und so verdeutlicht, dass wir ein verlässlicher Partner in Finanzfragen sind“, zollte Dr. Baecker seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Lob. Der Zuwachs im Personalbereich gehe einher mit der Philosophie einer Vertriebsbank. „Der Mensch steht im Mittelpunkt unseres Handelns. Für ihn machen wir Bankgeschäfte.“ Besonderes Augenmerk richtete Baecker auf zwei Zahlen im Personalbereich: seit der Fusion vor vier Jahren sei die Zahl der Teilzeitbeschäftigten um 58 Prozent und die der Auszubildenden um 25 Prozent gestiegen. „Damit dokumentieren wir unsere Verantwortung als einer der großen Arbeitgeber im Westmünsterland, wenn es um familienbewusste Personalpolitik und Perspektiven für die Ausbildung junger Menschen geht“, so der Vorstandsvorsitzende.

Investitionen in Bankstellen vor Ort
Im laufenden Jahr wird die VR-Bank Westmünsterland auch durch eigene Investitionen die heimische Wirtschaft fördern. „Wir werden unsere Geschäftsstellen am Haverland in Dülmen, in Gescher, Goxel und Hiddingsel umgestalten. Und der Umbau in Coesfeld an der Kupferstraße soll begonnen werden. Wir investieren einen mittleren siebenstelligen Betrag und werden unsere mittelständische Unternehmen aus unserem Geschäftsgebiet bei der Auftragsvergabe berücksichtigen“, machte Vorstandsvorsitzender Dr. Wolfgang Baecker deutlich. 

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